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| Wasserversorgung in der Schweiz |
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Trinkwasser ist für den Menschen unentbehrlich und durch nichts zu ersetzen. In unseren Breitengraden sollten mindestens eineinhalb Liter Wasser pro Tag getrunken werden. Bereits ein geringer Wassermangel kann zu Kopfschmerzen und zu einem Leistungsabfall führen. Aber auch für die Reinigung von Früchten und Gemüse, beim Zubereiten von Speisen wie auch zur Reinigung von Gegenständen, die mit Lebensmittel in Berührung kommen, wird Trinkwasser benötigt. Es ist daher verständlich, dass Trinkwasser als Lebensmittel gilt und unter die Lebensmittelgesetzgebung fällt, wo auch die Anforderungen an die Qualität festgelegt sind. Trinkwasser ist aber nicht nur ein Lebensmittel, sondern, was oft in Vergessenheit gerät, auch die Grundlage für die Hygiene. Der grösste Teil des Trinkwassers in der Schweiz wird für die Körperpflege und das Reinigen der Wäsche benötigt. Eine moderne Gesellschaft ist ohne leistungsfähige Wasserversorgung, die die ausreichende Wassermenge liefert, undenkbar. Die schweizerische Wasserversorgung setzt sich aus rund 3000 Betrieben unterschiedlicher Grösse, Rechtsform und Organisation zusammen, wobei die Grössen der verschiedenen Versorgungsunternehmen, gemessen an den versorgten Einwohnern, grosse Unterschiede aufweisen. Lediglich fünf Versorgungen - Genf, Zürich, Basel, Lausanne und Bern - liefern an mehr als 100’000 Personen Wasser. Dagegen besteht eine grosse Anzahl von mittleren und kleineren Versorgungen.
160 Bis 1970 ist der Wasserverbrauch stetig gestiegen. Danach folgte eine Stagnationsphase bis 1985, die von einer leichten aber stetigen Verringerung des Konsums abgelöst wurde. 1996 betrug der einwohnerspezifische Verbrauch 402 Liter. Ein massgebender Teil davon wurde für Industrie und Gewerbe benötigt. Heute beträgt der gesamte pro Kopfverbrauch noch rund 355 Liter pro Tag, wobei im Haushalt durchschnittlich rund 160 Liter pro Einwohner und Tag konsumiert werden. Bei einem Preis von 1.70 CHF pro Tausend Liter betragen die täglichen Ausgaben also knapp 30 Rappen für den Konsumenten. Wie sinnvoll ist Wasser sparen?Beliebt und verbreitet ist der Ruf nach dem Sparen von Trinkwasser. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob die Forderung sinnvoll und berechtigt ist, bzw. was mit dem Wassersparen erreicht werden soll. Der Ruf nach Wassersparen wird hauptsächlich damit begründet, dass damit ein wichtiger Beitrag zur Schonung der knappen Ressource „Wasser“ geleistet werden kann. Betrachtet man die Fakten, so wird schnell klar, dass es sich dabei um einen weit verbreiteten Irrtum handelt. Die durchschnittliche, jährliche Niederschlagsmenge, d. h. wiederkehrenden Wassermenge der Schweiz beträgt rund 60 Mia m3, die jährliche Gewinnungsmenge aller Wasserversorgungen in der Schweiz rund 1 Mia m3, also knapp 2% der Niederschlagsmenge. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Trinkwasser nicht verbraucht, sondern lediglich genutzt wird, das bedeutet, dass es in der Regel nach der Nutzung wieder in der nahen Umgebung in die natürlichen Gewässer eingeleitet wird. Der ökologische Beitrag des Wassersparens zur Schonung der Wasservorkommen ist, alleine aufgrund der geringen genutzten Wassermenge, bei sachlicher Betrachtungsweise, bedeutungslos. Es ist auch ein Irrtum zu glauben, dass mit dem Wassersparen ein nützlicher Beitrag für Länder mit Wassermangel geleistet werden kann, denn damit ändert sich weder der Wasserreichtum in der Schweiz noch das Defizit in den fraglichen Ländern. Wasser sparen macht dagegen beim Warmwasser sinn, weil damit direkt Energie gespart werden kann. Oftmals wird Wassersparen aber auch mit Einsparungen bei den Kosten für das Wasser verbunden. Dass dies allerdings nur bedingt und kurzfristig zutreffen wird, ist darauf zurückzuführen, dass in der wasserreichen Schweiz, in der das Wasser selbst fast gratis ist, nicht die konsumierte Wassermenge, sondern die Wasserversorgungsanlagen und deren Betrieb durch das Personal, d. h. die Bereitstellung bzw. die Möglichkeit das Trinkwasser zu beziehen die Kosten verursachen. Dabei muss daran gedacht werden, dass die Anlagen und der Betrieb auf den Tag mit dem grössten Wasserkonsum ausgelegt werden müssen. Grundsätzlich setzt sich der Wasserpreis aus den Kosten für die Löhne des Personals sowie den Kapitalkosten des Leitungsnetzes, der Reservoire, Pumpen, Steuerungs- und Aufbereitungsanlagen zusammen. In der Regel sind rund 80 bis 90% der Kosten der Wasserversorgungen fix, d.h. unabhängig von der verbrauchten Wassermenge. Mit anderen Worten verursacht die Bereitstellung des Wassers die Kosten. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, je weniger Wasser bezogen wird, desto höher wird der Wasserpreis pro Kubikmeter. Die Gesamtkosten für den Kunden bleiben zwar in etwa gleich, aber der mengenspezifische Preis in Franken pro Kubikmeter erhöht sich. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches ist sich bewusst, dass das Trinkwasser ein kostbares und unentbehrliches Gut ist, mit dem sorgsam umgegangen werden muss. Anstelle von Wassersparen soll allerdings gelten: „Wasser sinnvoll verwenden, nicht verschwenden“. Dies gilt im Besonderen für das Warmwasser.Urs Kamm, SVGW, Zürich |


















